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Ausmisten – die 12 besten Ausreden

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Ausmisten Ausreden hamburgvoninnen.de

Ausmisten fällt vielen schwer.
Ich persönlich habe immer mal wieder Phasen, wo es mir sehr leicht fällt. Da gehe ich mit einem Müllsack bewaffnet durch die Wohnung und fülle ihn mit allem, was bei ‚Drei‘ nicht auf den Bäumen ist.
Und es gibt Tage, da will ich den Inhalt der Schränke minimieren und denke über jedes einzelne Teil ewig nach. Emotional behaftet, unnütz aber hübsch, passt bald wieder…

Der Punkt ‚Ausmisten‘ ist gerade nicht nur bei mir hoch im Kurs zum Jahresbeginn. Überall hört und liest man, dass Leute sich von Ballast befreien wollen. Ist ja auch ’ne super Sache.
Auf der Suche nach Motivation für diesen Punkt habe ich zum Beispiel im Blog ‚the inspired room‘ einen tollen Artikel zum Decluttering, also ausmisten, gelesen. Für die grüblerischen, aber motivierten Aufräumtage, die ich eingangs erwähnte, gibt es dort eine hervorragende Liste mit Ausreden, wo ich bei fast jedem Punkt  ‚erwischt!‘ dachte…am meisten aber bei folgenden, die ich frei übersetzt bzw. für mich angepasst habe:

 

Die 12 besten Ausreden, wenn’s ums Ausmisten geht

1. Ich hab’s geerbt/geschenkt bekommen

2. Ich weiß jetzt noch nicht, was ich damit machen soll

3. Ich brauche das alles

4. Ich brauche das vielleicht später noch

5. Der Liebste braucht das vielleicht noch

6. Das muss nur noch repariert, umgearbeitet, umgenutzt, lackiert werden

7. Das kann vielleicht jemand anders noch gebrauchen, ich heb’s mal auf

8. Das passt bald wieder

9. Ich weiß noch, als ich es gekauft habe…das war toll.

10. Das war wirklich zu teuer/ zu viel Arbeit, um es wegzuwerfen

11. Vielleicht bereue ich es bald, wenn ich das jetzt wegwerfe bzw. ich vergesse bestimmt, dass ich es entsorgt habe und suche es bald ganz verzweifelt.

12. Ich hab jetzt keine Zeit alles durchzusehen und behalte es erstmal, bis ich Gelegenheit habe, alles in Ruhe abzuarbeiten.

Keine Ausreden mehr!

Das ist natürlich alles richtig. Aber wie wichtig ist es eigentlich?

Zum Thema Geschenke, die man aber eigentlich nur so mittel findet oder nicht gebrauchen kann (1.), hat Fräulein Ordnung einen schönen Artikel geschrieben, an den ich häufig denken muss. Es geht darum, dass ein Geschenk im Wesentlichen dazu da ist, jemandem eine Freude zu machen, eine reine Geste quasi. Und wenn das erfolgreich passiert ist, hat es seinen Zweck erfüllt. Ich freue mich immer über Geschenke, die Geste, dass jemand an mich gedacht hat und mir eine Freude machen will. Wenn ich dann aber feststelle, dass ich es doch nicht so gut gebrauchen kann, muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich es entsorge, oder?

Ausmisten Ausreden, hamburgvoninnen.de

– Photo by erin walker on Unsplash

Dinge, bei denen ich noch nicht genau weiß, was ich damit machen soll, die ich aber hübsch finde (2.), habe ich einige. Gerade in meinen Bastelkisten. Zum Glück nehmen die meisten wenig Platz weg. Aber ich werde sie mir zu Brust nehmen, bei Pinterest nach Ideen dafür schauen und wenn ich nichts finde, das ich unbedingt probieren oder haben möchte, dann müssen sie weg.

Bei Dingen, die ich jetzt oder irgendwann oder mein Liebster noch brauchen könnte (3.-5.), frage ich mich ganz objektiv „wofür denn?“ und „wann?“. Und dann muss ich darauf aber eine verdammt gute Antwort haben.

„Wann?“ ist auch die entscheidende Frage, bei den Dingen, die auf Umnutzung, Reparatur oder Lackierung (6.) warten…habe ich in naher Zukunft Zeit dafür? Und was genau möchte ich dann damit machen?

Dinge, die jemand anderes noch gebrauchen könnte (7.), packe ich meist gleich alle zusammen in einen Karton. Meistens beglücke ich damit mein Patenkind, die regelmäßig Pakete von mir bekommt… mit der dringenden Aufforderung, die Sachen, die sie nicht braucht sofort zu entsorgen (die Sache mit den ungebliebten Geschenken und so….).

Auch Klamotten, von denen ich denke, dass sie bald wieder passen (8.), kommen da rein, wenn ich denke, dass sie ihr gefallen könnten. Denn, nein, sie werden nicht wieder passen. Und wenn ich doch wieder die Figur dafür erreiche, belohne ich mich mit brandneuen Klamotten.

Ausmisten Klamotten, Ausreden, hamburgvoninnen.de

-Photo by Sarah Dorweiler on Unsplash

Bei Dingen, die mich an einen schönen Tag erinnern (9.), aber im Schrank ihr Dasein fristen, frage ich mich, ob mir die Erinnerung an den Tag nicht reicht oder ob ich ein kleineres Erinnerungsstück finde. Ich habe nämlich eine kleine Memory-Box, in der ich Konzerttickets, Muscheln vom Urlaub und sowas sammle. Ganz unsentimental bin ich schließlich auch nicht.

Dinge, die teuer oder viel Arbeit waren (10.), zum Beispiel selbstgemachte Dekosachen, die ich aber nicht mehr dekoriere oder teure Klamotten oder Accessoires, verschenke ich (hallo Patenkind) oder versuche sie online zu verkaufen. Letzteres ist ziemlich viel Arbeit und Aufwand und dauert auch etwas. Deshalb mache ich das nur noch selten oder bei wirklich teuren oder großen Dingen, wie ausgedienten Smartphones, Möbeln etc.

Dass ich Dinge suche, die ich kürzlich entsorgt habe (11.), kommt tatsächlich vor. Da weiß ich auch noch nicht, wie ich das vermeiden soll. Aber es ist auch eher die Ausnahme, so dass ich dieses Risiko beim Wegwerfen einfach eingehen sollte, oder? Fast immer ist es so, dass ich Dinge ewig mit mir rumschleppe und dann gar nicht vermisse. Das ist auch immer eine der Fragen im Kopf beim Wegwerfen: „Wie häufig habe ich das in den letzten Monaten gebraucht?“…dieser Frage fielen kürzlich 3 Jahrgänge Architekturzeitschriften zum Opfer. Jetzt ist wieder Platz im Schrank.

Der letzte Punkt (12.) ist tatsächlich eine echte Spaßbremse… ich mag es nicht, Aktionen anzufangen, wenn ich sie nicht auch zu Ende bringen kann. Das Ausmisten ist so eine Aktion, die aber eben auch nicht innerhalb von zwei Stunden zu erledigen ist. Da muss ich wirklich über meinen Schatten springen. Auch dann nach einer Pause den Anschluss wieder zu finden, fällt mir nicht leicht. Der Angstgegner „Dachboden“ wird einige Zeit in Anspruch nehmen, siehe Foto oben. Aber es fühlt sich auch sehr gut an, den Anfang gemacht zu haben. Und bisher vermisse ich auch noch nichts, was wir im Zuge des Ausmist-Auftakts oben entsorgt haben.

 

Extra Tipp: Ausmisten müssen einfach vermeiden

Am besten ist es aber bei Neuanschaffungen gleich kritisch zu sein. Ja, das klingt logisch.
Ich kenne mich und weiß, dass meine Vernunft gerne mal vom lauten „Will ich haaaabeeeeen!!“ im Kopf vernebelt wird. Das gilt es zu durchschauen und das klappt ganz gut. So meide ich in letzter Zeit Flohmärkte, wo die Aussicht auf ein Schnäppchen den Nebel verdichtet und man sich später zuhause fragt „Und was mach‘ ich jetzt damit?!“. Und auch in normalen Geschäften hinterfrage ich meinen Kaufwunsch so gut es geht.

Klar, manchmal kaufe ich mir auch einfach was, weil ich es hübsch finde. Aber vielleicht fliegt dafür dann einfach etwas anderes raus.


Und falls du jetzt auch Lust hast dich von überflüssigem Ballast zu befreien, findest du in meinem eBook eine Liste mit 10 Dingen, die du garantiert sofort ausmisten kannst:

Ausmisten eBook hamburgvoninnen.de

 

 

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Titelfoto:  Matt Briney
Titelfoto eBook: tu tu
Erstveröffentlichung am 20.01.2015, überarbeitet und ergänzt am 04.01.2017
Verena

Moin! Ich bin Verena und schreibe hier über Interior Styling und mein Leben in Hamburg.

10 Comments

  1. Ein wundervoller Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht! Mir geht es ganz genauso : an manchen Tagen läuft an manchen Tagen nicht. Immerhin habe ich es jetzt geschafft , das Schreckgespenst Keller zu entrümpeln!

    Ganz liebe Grüße,
    Renaade

  2. Yeah, ich bin auch gerade im Ausmisten-Fieber und es tut soooo gut, den ganzen Krempel loszuwerden! :)
    Ich habe den Vorteil, dass ich total geizig bin und sowieso nicht so viel kaufe. Außerdem lehne ich seit geraumer Zeit Geschenke ab, außer ich wünsche mir etwas ausdrücklich. Bei meinem letzten Geburtstag habe ich stattdessen Spenden für Vereine gesammelt, die sich gegen Rassismus einsetzen.
    Und Sachen, die der Mann noch gebrauchen könnte, landen bei ihm auf dem Schreibtisch mit den Worten „Das gehört dir, überleg dir, was du noch brauchst.“ Meistens braucht er nichts.
    Dummerweise fällt es mir aber doch recht schwer, Sachen wegzuwerfen, die mal Geld gekostet haben, selbst wenn es nur H&M war. Und jetzt gerade liegen auch bestimmt 100 Bücher bei uns auf dem Boden, wo ich einfach nicht weiß, wohin damit. Furchtbar. :(
    Und der Keller steht auch noch aus. Und dabei sind wir vor einem halben Jahr erst eingezogen. Seufz.

  3. Die Ausreden kann ich mehr als gut nachvollziehen. Ich bin auch eher jemand, der alles ansammelt, weil doch meistens irgendwie soviele Erinnerungen daran hängen. Aber ich bin nie auf die Idee gekommen mir diese Fragen zu stellen so wie du es machst. Jetzt kann ich es mir sehr gut vorstellen, dass ich auch weniger in meiner Wohnung ansammeln würde, wenn ich mir diese Fragen stellen würde. Super Idee!

  4. Haha, irgendwie sind alle gerade im Decluttering-Fieber und die Ausreden kenne ich von mir auch nur zu gut – toller Artikel! :) Wer es noch nicht gelesen hat und Unterstützung beim Ausmisten braucht, sollte das Hype-Buch von Marie Kondo „Life-Changing Magic of Tidying“ unbedingt lesen. Auch wenn es nicht gerade wenig kritisiert wird, hat es mich dermaßen motiviert. Meine Wohnung war wirklich nicht unordentlich und ich besitze auch gar nicht so viel Zeugs – trotzdem habe ich binnen weniger Tage etliche Müllsäcke aus der Wohnung getragen. Ich habe damit auch schon einige Freunde angesteckt – #Konmari ist wie ein Virus. Die Ausreden im Text haben dann plötzlich einfach keine Bedeutung mehr ;) Liebe Grüße aus der Nachbarschaft, Jessica

    1. Liebe Jessica,
      ja, es ist erstaunlich, oder? Unsere Wohnung ist nun nicht wirklich minimalistisch und es findet sich immer was, was eiiiiigentlich weg könnte. Vom Dachboden ganz zu schweigen, oje. Da müssen wir dringend nochmal ran. Und es ist tatsächlich gar nicht der SChweinehund oder das „brauchen wir noch irgendwann“, sondern tatsächlich eher das „wohin dann damit, zu schade für den Müll“ ;) … da fällt mir ein: ich wollte noch Telefonnummern von Jugendzentren raussuchen, die haben vielleicht Interesse an Computerspielen und DVDs :)
      Liebe Grüße zu Dir!

  5. Sehr schöner Beitrag, und die angesprochenen Punkte kenne ich nur allzu gut!
    Mein Mann und ich hatten uns für unseren 2- wöchigen WeihnachtsUrlaub die Umstrukturierung unseres liebevoll genannten „Raum der Eine-Millionen-Dinge“ Abstellraumes mit großzügigen 3 qm vorgenommen. Der Verursacher des Projektes war ein neuer und etwas größerer Tiefkühlschrank, der nicht mehr in die alte Lücke gepasst hätte. Also alles raus, Streichen, neue Regale rein und nach der Inventur wieder einräumen…. Nach 15 Jahren und diversen Gründen (Punkt 2 – 7) hatte sich seeeehr viel angesammelt und zu 80% beherbergte dieses Stauraumwunder mein Kruscht. Deshalb hatte ich überhaupt keine Lust und nen riesen Bammel vor diesem Projekt! Aber nach 3 Tagen Arbeit betrete ich jetzt den Raum und mich überkommt ein unglaublich befreites Glücksgefühl.
    Und falls jemand fürs Mehrfamilienhaus noch Baustellenbeleuchtung braucht- wir können aushelfen ;-)

    1. Liebe Steffi, herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt! Es ist unglaublich befreiend, oder? Wenn der erste Schritt erstmal getan ist, macht es sogar Spaß. Aber Zeit muss man sich für sowas natürlich nehmen. Umso toller, dass du jetzt mit diesem schönen Ergebnis zufrieden ins neue Jahr starten kannst! :)

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