Ausmisten fällt vielen schwer.
Ich persönlich habe immer mal wieder Phasen, wo es mir sehr leicht fällt. Da gehe ich mit einem Müllsack bewaffnet durch die Wohnung und fülle ihn mit allem, was bei ‚Drei‘ nicht auf den Bäumen ist.
Und es gibt Tage, da will ich den Inhalt der Schränke minimieren und denke über jedes einzelne Teil ewig nach. Emotional behaftet, unnütz aber hübsch, passt bald wieder…

Der Punkt ‚Ausmisten‘ ist gerade nicht nur bei mir hoch im Kurs zum Jahresbeginn. Überall hört und liest man, dass Leute sich von Ballast befreien wollen. Ist ja auch ’ne super Sache.
Auf der Suche nach Motivation für diesen Punkt habe ich zum Beispiel im Blog ‚the inspired room‘ einen tollen Artikel zum Decluttering, also ausmisten, gelesen. Für die grüblerischen, aber motivierten Aufräumtage, die ich eingangs erwähnte, gibt es dort eine hervorragende Liste mit Ausreden, wo ich bei fast jedem Punkt  ‚erwischt!‘ dachte…am meisten aber bei folgenden, die ich frei übersetzt bzw. für mich angepasst habe:

 

Die 12 besten Ausreden, wenn’s ums Ausmisten geht

1. Ich hab’s geerbt/geschenkt bekommen

2. Ich weiß jetzt noch nicht, was ich damit machen soll

3. Ich brauche das alles

4. Ich brauche das vielleicht später noch

5. Der Liebste braucht das vielleicht noch

6. Das muss nur noch repariert, umgearbeitet, umgenutzt, lackiert werden

7. Das kann vielleicht jemand anders noch gebrauchen, ich heb’s mal auf

8. Das passt bald wieder

9. Ich weiß noch, als ich es gekauft habe…das war toll.

10. Das war wirklich zu teuer/ zu viel Arbeit, um es wegzuwerfen

11. Vielleicht bereue ich es bald, wenn ich das jetzt wegwerfe bzw. ich vergesse bestimmt, dass ich es entsorgt habe und suche es bald ganz verzweifelt.

12. Ich hab jetzt keine Zeit alles durchzusehen und behalte es erstmal, bis ich Gelegenheit habe, alles in Ruhe abzuarbeiten.

Keine Ausreden mehr!

Das ist natürlich alles richtig. Aber wie wichtig ist es eigentlich?

Zum Thema Geschenke, die man aber eigentlich nur so mittel findet oder nicht gebrauchen kann (1.), hat Fräulein Ordnung einen schönen Artikel geschrieben, an den ich häufig denken muss. Es geht darum, dass ein Geschenk im Wesentlichen dazu da ist, jemandem eine Freude zu machen, eine reine Geste quasi. Und wenn das erfolgreich passiert ist, hat es seinen Zweck erfüllt. Ich freue mich immer über Geschenke, die Geste, dass jemand an mich gedacht hat und mir eine Freude machen will. Wenn ich dann aber feststelle, dass ich es doch nicht so gut gebrauchen kann, muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich es entsorge, oder?

Ausmisten Ausreden, hamburgvoninnen.de

– Photo by erin walker on Unsplash

Dinge, bei denen ich noch nicht genau weiß, was ich damit machen soll, die ich aber hübsch finde (2.), habe ich einige. Gerade in meinen Bastelkisten. Zum Glück nehmen die meisten wenig Platz weg. Aber ich werde sie mir zu Brust nehmen, bei Pinterest nach Ideen dafür schauen und wenn ich nichts finde, das ich unbedingt probieren oder haben möchte, dann müssen sie weg.

Bei Dingen, die ich jetzt oder irgendwann oder mein Liebster noch brauchen könnte (3.-5.), frage ich mich ganz objektiv „wofür denn?“ und „wann?“. Und dann muss ich darauf aber eine verdammt gute Antwort haben.

„Wann?“ ist auch die entscheidende Frage, bei den Dingen, die auf Umnutzung, Reparatur oder Lackierung (6.) warten…habe ich in naher Zukunft Zeit dafür? Und was genau möchte ich dann damit machen?

Dinge, die jemand anderes noch gebrauchen könnte (7.), packe ich meist gleich alle zusammen in einen Karton. Meistens beglücke ich damit mein Patenkind, die regelmäßig Pakete von mir bekommt… mit der dringenden Aufforderung, die Sachen, die sie nicht braucht sofort zu entsorgen (die Sache mit den ungebliebten Geschenken und so….).

Auch Klamotten, von denen ich denke, dass sie bald wieder passen (8.), kommen da rein, wenn ich denke, dass sie ihr gefallen könnten. Denn, nein, sie werden nicht wieder passen. Und wenn ich doch wieder die Figur dafür erreiche, belohne ich mich mit brandneuen Klamotten.

Ausmisten Klamotten, Ausreden, hamburgvoninnen.de

-Photo by Sarah Dorweiler on Unsplash

Bei Dingen, die mich an einen schönen Tag erinnern (9.), aber im Schrank ihr Dasein fristen, frage ich mich, ob mir die Erinnerung an den Tag nicht reicht oder ob ich ein kleineres Erinnerungsstück finde. Ich habe nämlich eine kleine Memory-Box, in der ich Konzerttickets, Muscheln vom Urlaub und sowas sammle. Ganz unsentimental bin ich schließlich auch nicht.

Dinge, die teuer oder viel Arbeit waren (10.), zum Beispiel selbstgemachte Dekosachen, die ich aber nicht mehr dekoriere oder teure Klamotten oder Accessoires, verschenke ich (hallo Patenkind) oder versuche sie online zu verkaufen. Letzteres ist ziemlich viel Arbeit und Aufwand und dauert auch etwas. Deshalb mache ich das nur noch selten oder bei wirklich teuren oder großen Dingen, wie ausgedienten Smartphones, Möbeln etc.

Dass ich Dinge suche, die ich kürzlich entsorgt habe (11.), kommt tatsächlich vor. Da weiß ich auch noch nicht, wie ich das vermeiden soll. Aber es ist auch eher die Ausnahme, so dass ich dieses Risiko beim Wegwerfen einfach eingehen sollte, oder? Fast immer ist es so, dass ich Dinge ewig mit mir rumschleppe und dann gar nicht vermisse. Das ist auch immer eine der Fragen im Kopf beim Wegwerfen: „Wie häufig habe ich das in den letzten Monaten gebraucht?“…dieser Frage fielen kürzlich 3 Jahrgänge Architekturzeitschriften zum Opfer. Jetzt ist wieder Platz im Schrank.

Der letzte Punkt (12.) ist tatsächlich eine echte Spaßbremse… ich mag es nicht, Aktionen anzufangen, wenn ich sie nicht auch zu Ende bringen kann. Das Ausmisten ist so eine Aktion, die aber eben auch nicht innerhalb von zwei Stunden zu erledigen ist. Da muss ich wirklich über meinen Schatten springen. Auch dann nach einer Pause den Anschluss wieder zu finden, fällt mir nicht leicht. Der Angstgegner „Dachboden“ wird einige Zeit in Anspruch nehmen, siehe Foto oben. Aber es fühlt sich auch sehr gut an, den Anfang gemacht zu haben. Und bisher vermisse ich auch noch nichts, was wir im Zuge des Ausmist-Auftakts oben entsorgt haben.

 

Extra Tipp: Ausmisten müssen einfach vermeiden

Am besten ist es aber bei Neuanschaffungen gleich kritisch zu sein. Ja, das klingt logisch.
Ich kenne mich und weiß, dass meine Vernunft gerne mal vom lauten „Will ich haaaabeeeeen!!“ im Kopf vernebelt wird. Das gilt es zu durchschauen und das klappt ganz gut. So meide ich in letzter Zeit Flohmärkte, wo die Aussicht auf ein Schnäppchen den Nebel verdichtet und man sich später zuhause fragt „Und was mach‘ ich jetzt damit?!“. Und auch in normalen Geschäften hinterfrage ich meinen Kaufwunsch so gut es geht.

Klar, manchmal kaufe ich mir auch einfach was, weil ich es hübsch finde. Aber vielleicht fliegt dafür dann einfach etwas anderes raus.


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Titelfoto:  Matt Briney
Titelfoto eBook: tu tu
Erstveröffentlichung am 20.01.2015, überarbeitet und ergänzt am 04.01.2017