schön selbstgemacht

Bullet Journal: mein Alltagsorganisator

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Bullet Journal, hamburgvoninnen.de

Bullet Journal? Was ist das nu wieder??, dachte ich, als meine Freundin Nina mir den Link per WhatsApp schickte. Ich habe ihn angeklickt, mir die Seite angesehen, mein Interesse war geweckt. Dann habe ich mir das Video angesehen, dass das Prinzip erklärt, das Ryder Carroll entwickelt hat:

Ein Buch, in dem alles stattfindet. Kalender, to do Listen, Ziele. Es ist, was man daraus macht. Und das ohne starr vorgegebenes Layout, wie bei üblichen Kalendern, sondern von Hand geschrieben und gestaltet. Lediglich einige Regeln gibt es, die man einhalten sollte: einen Index, nummerierte Seiten, verschiedene Bullets (also Aufzählungszeichen), die man in einer Legende definiert.

Und dann kann’s losgehen:
Für jeden Tag schreibt man sich eine Liste mit Dingen, die man erledigen will und ggf. Termine, Notizen, oder was sonst noch wichtig ist. Wenn etwas erledigt ist, kreuzt man es ab. Was am Ende des Tages noch offen ist, wird auf dem nächsten Tag übertragen. Von Hand.

 

Die Vorteile des Bullet Journals:

Was jetzt erstmal umständlich klingt, finde ich sehr sehr gut. Denn:

  • ich setze mich bewusster mit meinen Aufgaben auseinander
  • merke recht schnell, was ich aufschiebe und wie oft und kann hinterfragen, warum das so ist (Drücke ich mich davor? Ist es vielleicht doch nicht so wichtig? Muss ich an meinem Zeitmanagement feilen?)
  • es ist eine schöne Abendroutine, die Aufgaben des kommenden Tages zu planen und umgekehrt auch zu sehen, was man heute alles erledigt hat.
  • ich habe alles an einem Ort. Nicht Kalender (mit Post-its, wenn der Platz nicht reichte), Notizbuch für den Blog, Skizzenbuch für Entwürfe, Büchlein für Ideen und Konzepte.
  • was ich einmal aufgeschrieben habe, von Hand, vergesse ich nicht so schnell. Ob das an meinem fotografischen Gedächtnis liegt? Keine Ahnung.

In den USA ist das System des Bullet Journal etwas weiter verbreitet und es gibt eine große Fülle von Instagram-Accounts mit Anregungen zur Gestaltung und Nutzung. Kara vom Blog bohoberry.com zum Beispiel ist eine wahre Künstlerin des Bullet Journalling!

Bullet Journal key, hamburgvoninnen.de

Entschleunigung und Achtsamkeit

Natürlich bietet sich dieses analoge Form der Alltagsplanung auch an, um es mit dem großen (und gerade scheinbar allgegenwärtigen) Thema Achtsamkeit zu verknüpfen. Es entschleunigt einfach und ist ein stückweit auch meditativ. Außerdem kann man zwischen die normalen Tageslisten auch Seiten einfügen, die sich mit den unterschiedlichsten Themen befassen, denen man sich widmen möchte:

  • Dankbarkeits-Logs (man schreibt für jeden Tag auf, wofür man heute dankbar war.)
  • One Sketch a Day (jeden Tag macht man eine kleine Zeichnung)
  • Hand-Lettering Übungen (indem man motivierende Zitate besonders schön in Szene setzt)
  • Diagramme zur persönlichen Entwicklung (z.B. Ziele, die man erreichen möchte und inwieweit man das diesen Monat geschafft hat)
  • Habit Tracker (Gewohnheiten, die man sich an- oder auch abgewöhnen möchte werden hier aufgezeichnet, was dazu motiviert und auch einfach daran erinnert dranzubleiben)

Es gibt keine Grenzen.

 

Individualisierung

Auch die Kombination mit digitalen Kalendern ist natürlich möglich. So kann es schonmal sein, dass ich einen Termin mache, wenn ich mein Journal nicht zur Hand habe. Den trage ich dann einfach in den Kalender des Smartphones ein und übertrage ihn beim abendlichen Jounalling ins Buch.

Das schöne ist, dass jeder sich das Bullet Journal zu eigen machen kann. Jedes ist individuell und nichts ist in Stein gemeißelt. Man kann (sich) einfach ausprobieren, testen, sehen, was für einen gut funktioniert und was nicht. Das lässt man nächsten Monat dann einfach sein.
So kann das Bullet Journal ein einfacher, handgeschriebener Kalender sein. Oder aber Listensammlung, Businessplaner, Tagebuch, Lifecoach, Skizzenbuch und Redaktionsplan. Wie bei mir.

Ich führe mein Bullet Journal seit Anfang November, also noch gar nicht so lange. Durch die freie Aufteilung kann man auch einfach mitten im Jahr oder sogar mitten im Monat damit anfangen.
Ich kann für mich sagen, dass es mir unheimlich viel bringt. Struktur, Routine und Abwechslung gleichermaßen, es fordert mich heraus und erinnert mich, an Aufgaben und auch einfach daran, diszipliniert zu sein. Das finde ich super. Und unter uns: manchmal schreibe ich abends noch Punkte auf, die ich erledigt habe, aber nicht aufgelistet hatte, nur um sie gleich wieder abkreuzen zu können ;). Das machen wir doch alle, oder? xD

Jedenfalls habe ich vor, hier im Blog in nächster Zeit ab und zu Einblick in mein Bullet Journal zu gewähren und meine Freude daran zu teilen.

Wollt Ihr mehr von meinem Bullet Journal sehen?
Und wie bestreitet Ihr Eure Alltagsplanung?

Bullet Journal, hamburgvoninnen.de

Verena
Moin! Ich bin Verena und schreibe hier über Interior Styling und mein Leben in Hamburg.

12 Comments

  1. Hallo Verena,

    ich kann Dir aus eigener Erfahrung zustimmen: ein Bullet Journal ist super.
    Ich habe meins für dieses Jahr in einen Kalender umgezogen, der pro Tag eine Seite bereithält. Das ist für mich momentan irgendwie praktischer, weil ich so Termine eintragen kann, die in der Zukunft liegen. Oder auch to dos für einen bestimmten Tag vorausplanen.

    Hab viel Spaß weiterhin!

    Viele Grüße
    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      sehr cool, noch eine Bullet Journalista! :)
      Das mit den Terminen in der Zukunft regele ich über das Future Log bzw. das Monatslog. Dort trage ich sie ein, sobald ich sie bekomme und wenn ich meinen nächsten Tag plane schaue ich weiter vorne im entsprechenden Log nach, ob was ansteht. Oder ich trage das im Kalender des Telefons eins.
      Aber wenn Du das Bullet Journal in Deinen Kalender rein Layout-technisch unterbekommst, ist es ja umso toller :)

  2. das hört sich ziemlich gut an, was den lebensorganisatorischen faktor angeht. allerdings auch ziemlich zeitaufwendig. einen kalender selberbasteln quasi… da denke ich erstmal „uff“. allerdings muss ich zugeben, dass meine kalender selten ausreichen für all das, was ich an platz und to do´s brauche. aber ich schreibe mir das mal auf meine imaginäre „ausprobieren geht über studieren“ liste. danke für die idee!
    liebe grüße,
    jule*

    1. Liebe Jule,
      ja, es ist zeitaufwendiger. Aber wie schon gesagt finde ich es ganz cool, weil ich mich dadurch mehr damit auseinandersetze. Im Moment verbringe ich täglich etwa 15-30Minuten mit dem Führen des Journals, also doch ganz überschaubar. Man muss sich halt erst mal eingrooven. Sag gerne bescheid, wenn Du es ausprobierst! Ich bin gespannt, was Du davon hälst :)

  3. Ich krieg mich nicht mehr ein… davon hatte ich ja bisher überhaupt noch nichts, rein gar nichts gehört und doch ist es genau das, was ich schon seit ein paar Jahren mache. Zugegeben, ich führe so ein Büchlein paralell zu meinem – auch noch analogen – Kalender. Aber weil ich meine To-Do-Listen, meine Buchtipps, die ich mir öfter notiere, Internetseiten, die ich immer schon mal besuchen wollte und mir im passenden Moment wieder nicht einfallen, Geschenk-Ideen für liebe Freunde und Familie, die man sonst wenn es wieder eilt, nicht parat hat, eigene Wunschzettel, (weise?) Sprüche und Zitate usw…usw…
    *lach* Das ganze hat jetzt also einen Namen, ich bin echt baff ;-)
    Ganz lieben Dank für Deinen tollen Artikel.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Anne-Katrin

    1. Liebe Anne-Katrin, das ist ja wirklich ein schöner Zufall! Dein Planer klingt ein bisschen nach einer Mischung aus Bullet Journal und Scrapbooking… schön bunt gemischt. Sehr gut (so ist es bei mir nämlich auch, hehe)! Und es dürfte tatsächlich leicht sein den Kalender auch noch zu integrieren, wenn Du das möchtest :)
      Ich finde es einfach super, nur noch 1 Buch führen zu müssen…

  4. Da werde ich mich auch mal mit auseinander setzen. Ich habe si ähnlich schon einen kleinen Start hingelegt. Mit deinen Infos kann ich mir damit bestimmt was aufbauen.
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Liebe Andrea, das freut mich zu hören! Einfach anfangen und sehen, wohin es dich treibt. Ich werde hier im Blog jetzt ab und zu einen kleinen Einblick in mein Journal gewähren, Du kannst aber auch einfach mal googlen… oder den Blog von Kara anschauen (Link im Post s.o.), dort wimmelt es nur so vor Inspiration :D
      Viel Freude jedenfalls beim fröhlichen „journaln“!

  5. Und habt ihr schon my lovely planner gesehen?
    Ein Planer für kreative Frauen? Ich habe ihn schon letztes Jahr gekauft und bin begeistert. Die Firma befindet sich auch on De :)

    1. Danke für deinen Kommentar, Anna! Ja, den lovely planner hatte ich mir auch angeschaut, der war mir dann aber zu tüdelig, also was de Gestaltung angeht ;)
      Zum Organisieren ist der bestimmt auch toll, wenn man das Design und Layout mag. Mit dem BulletJournal bin ich da besser aufgehoben, weil ich es ganz clean und nach meinen Vorstellungen anpassen kann.
      Liebe Grüße zu dir!

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