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Einrichtung planen – mega einfach!

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Einrichtung und Möblierung planen mit einfachen Mitteln und -erstmal- ohne Möbelrücken

Einrichtung planen – wer hat nicht ab und zu mal Lust etwas in der Wohnung zu verändern? Gerade mit dem kommenden Frühling juckt es in den Fingern und was Neues muss her. Oder zumindest ein paar Möbel umstellen muss drin sein.  Wie Ihr das am besten anstellt und ganz einfach plant, zeige ich Euch hier.

 

Nein, keine Sorge: Ihr braucht kein teures Zeichenprogramm und auch keinen Innenarchitekten (wobei es Euch diese Investitionen natürlich frei stehen).
Alles, was Ihr benötigt, habt Ihr vermutlich ohnehin zur Hand:
– Zollstock
– Papier (blanko oder kariert)
– Geodreieck
– Bleistift
– Schere

Einrichtung planen - ganz einfach mit diesem simplen Trick

Los geht’s: Aufmaß!

Um die neue Einrichtung planen zu können, müsst Ihr erstmal die betreffenden Räume aufmessen. Also einmal die Länge jeder Wand mit dem Zollstock ermitteln und – erstmal nur skizzenhaft – aufzeichnen und die Maße ranschreiben. Fenster und Türen nicht vergessen.

Wenn Ihr alle wichtigen Maße habt, könnt Ihr Euren Raum maßstäblich zeichnen. Keine Angst, das kann ganz schematisch sein.
Meine Zeichnung ist eine reine Linienzeichnung ohne großes Tüdelüt, es geht hier rein um die Proportionen und richtigen Verhältnisse, nicht um eine perfekte Bauzeichnung.

Ich empfehle Euch den Maßstab 1:25, das ist groß genug, um übersichtlich arbeiten zu können.
4cm (bzw. 8 Rechenkästchen) entsprechen 1m in Wirklichkeit.
Mit einem sogenannten Dreikant-Maßstab geht das ein bisschen einfacher, weil hier schon verschiedene Skalen eingetragen sind, aber auch mit einem Geodreieck und ein bisschen rechnen geht das ganz gut. Nur Mut!

Einrichtung planen - ganz einfach | Tools

Ist der Grundriss fertig, geht’s an die Möbel.

Ich habe unsere vorhandenen Möbel aufgemessen und im gleichen Maßstab, wie den Grundriss, aufgezeichnet.
Wenn Ihr vorhabt neue Möbel zu kaufen, könnt Ihr Euch vorher über deren Maße informieren und auch diese entsprechend aufzeichnen.
Die gezeichneten Möbel dann am besten beschriften (sonst gibt es bei lauter Rechtecken vielleicht Verwechslungsgefahr) und einfach mit einer Schere ausschneiden.
Wenn Ihr mögt, könnt Ihr die Möbelstücke noch anmalen. (Meine habe ich blau gemarkert, um einen besseren Kontrast zum weißen Grundriss zu bekommen).

Einrichtung planen - ganz einfach. hamburgvoninnen.de Moebel

Einrichtung planen: Möbelrücken auf dem Papier

Und schon kann das Spiel losgehen:
jetzt könnt Ihr munter Eure ausgeschnittenen Möbelstücke auf dem Grundriss arrangieren und verschiedene Szenarien durchspielen.
Ganz ohne mühsames Möbelrücken „in echt“. Das macht Ihr erst, wenn Ihr Eure Traum-Variante gefunden habt. So macht Einrichtung planen Spaß!

Einrichtung planen. hamburgvoninnen.de Schlafzimmer v1Einrichtung planen. hamburgvoninnen.de Schlafzimmer v2Einrichtung planen - ganz einfach. hamburgvoninnen.de Schlafzimmer v3

Noch ein paar Tipps, damit es beim echten Möbelrücken dann nicht zu Enttäuschungen kommt:
Beachtet unbedingt folgende Punkte:

vorstehende Fußleisten: Schränke können nicht ‚press‘ an die Wand geschoben werden. Meistens tragen Fußleisten nur 1-2cm auf, aber manchmal liegt es dann genau an diesen 1-2cm, ob ein Möbel an eine Wand oder in eine Nische passt, oder nicht.

Positionen von Steckdosen und Lichtschaltern: ärgerlich, wenn nachher die einzige Steckdose des Raumes hinter der Schrankwand verschwindet.

Fensterbänke: meistens sind die Fensterbänke nicht bündig mit der Wand, sondern ragen leicht in den Raum. Auch die Höhe der Fensterbank ist wichtig, falls Ihr darunter zum Beispiel Kommoden oder Regale anordnen wollt.

Heizkörper: oft unterhalb der Fensterbank zu finden, werden sie gerne bei der Planung der Möblierung vergessen. Solltet Ihr Möbel vor den Heizkörper stellen wollen, macht Euch bewusst, dass das die Wärmeübertragung mindern kann. Mit offenen Möbeln (Regale o.ä.) seid Ihr hier am besten beraten.

Heizungsrohre: gerade in Altbauten kommt häufig vor, dass die Heizungsleitungen „auf Putz“, also sichtbar vor der Wand verlegt sind. Das solltet Ihr auf jeden Fall checken und gegebenenfalls in die Zeichnung eintragen.

Türzargen: wenn Ihr Türen aufmesst, dann bitte nicht nur die Öffnung, sondern unbedingt auch die Türzargen (also die „Rahmen“). Es sieht sehr eigentümlich aus, wenn ein Möbelstück die halbe Zarge überdeckt, weil es sonst nicht an die Wand gepasst hätte…also beim Aufzeichnen des Grundrisses am besten das Zargenmaß eintragen.

Einrichtung planen - ganz einfach. hamburgvoninnen.de

Auf dem Papier könnt Ihr auf jeden Fall alles ausprobieren!
Bezieht gerne auch Möbel aus anderen Zimmern mit ein oder gestaltet gleich mehrere Räume neu.
Wir haben uns Schlaf- und Arbeitszimmer vorgenommen und haben die Möbel aus beiden Räumen neu verteilt. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten und man sieht schnell, ob und wo man neue Möbelstücke braucht.

So ein Grundriss eignet sich auch super als Basis für ein tolles Moodboard. Falls Ihr dazu Inspiration sucht, schaut doch mal hier.

Jetzt viel Spaß beim Planen! Habt Ihr noch Fragen oder Anregungen? Ab in die Kommentare damit!

 

Verena
Moin! Ich bin Verena und schreibe hier über Interior Styling und mein Leben in Hamburg.

6 Comments

  1. genau so hab ich das auch gemacht als wir in die jetzige Wohnung gezogen sind :) ich freu mich schon wenns endlich wieder so weit ist und das neue Heim eingerichtet werden kann – sagte sie noch vor dem ersten Spatenstich ;) viele liebe Grüße Julia

    1. Oh, ein neues Zuhause einrichten ist natürlich um ein x-faches aufregender! Da wünsche ich jetzt schon ganz viel Vorfreude! :)

  2. Super Tipps um auf Nummer sicher zu gehen und das Zuhause perfekt durchzuplanen :) Ich war auch schon immer ein Fan von Möbelschnipseln….

    1. Liebe Sabine, danke für Deinen Kommentar und das schöne Lob :)
      Die Idee kam, als ich die Schlafzimmereinrichtung aufskizzierte und genervt war, dass ich für jede kleinste Änderung den kompletten Grundriss neu zeichnen musste… aus reiner Faulheit also :D
      Außerdem kenne ich das konzeptionelle „Würfel- und Flächenschubsen“ auch aus dem Architekturentwurf.
      Der Vorteil ist, dass man sich nichts „schönzeichnen“ kann, wenn man mit Schablonen arbeitet. Entweder die Kommode passt zwischen Tür und Wand oder nicht… kein „ach, das wird schon, ich zeichne das mal so ungefähr da ein“ :D

      Beim nächsten Umzug oder Umräumen der Wohnung kannst Du es ja mal ausprobieren :)
      Herzliche Grüße! Verena

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