schöner Ausflug

Zwei Tage Dorset – Power Entschleunigung für England-Liebhaber

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Tea Time in Dorset. hamburg von innen

Unser Kurztrip nach Dorset war total entspannend. Neben einer Führung bei Farrow&Ball haben wir das südenglische Kleinstadtleben genossen.

Anfang November letzten Jahres haben mein Mann und ich einen Kurztrip ins wunderschöne Dorset gemacht. Wie hier schön erwähnt liebe ich England wirklich sehr und war viel zu lange nicht mehr dort gewesen. Wenn ich mich richtig erinnere war meine Oberstufen-Abschlussfahrt nach London im Jahr 2000 mein letzter GB-Besuch. Heftig. Meine allererste Reise dorthin ist wiederum noch viel viel länger her. Damals sind mein Bruder und ich knapp 2 Wochen durch Südengland getourt, an der Küste entlang nach Cornwall und zurück. In Dorset waren wir damals auch kurz, Stonehenge morgens um 6 bei Sonnenaufgang.

Diesmal dauerte die Reise nur zweieinhalb Tage. Wimborne war unser einziges Ziel.
Die süße Kleinstadt liegt ungefähr 20km von der Südküste entfernt und ist seit etwa 50 Jahren Sitz meiner Lieblingsfarbenmanufaktur Farrow & Ball.

Besuch bei Farrow & Ball in Wimborne

Und genau dorthin brachte uns unser unterhaltsamer Fahrer, der uns in London Heathrow abgeholt hatte.

Die Manufaktur ist tatsächlich kleiner als erwartet: Eine Halle für Farben, eine Halle für Tapeten. Dann noch jeweils ein Gebäude für die Marketing- und Kreativabteilung und eins für die Human Resources. Fertig.

Mehr Platz braucht Farrow & Ball auch nicht wirklich, da fast alle Farben und besonders auch die Tapeten on demand produziert werden. Große Lagerhallen sucht man vergebens.

Die Tapetenmanufaktur fand ich besonders spannend. Das besondere an Farrow & Ball Tapeten ist, dass sie mit den hauseigenen Farben gedruckt werden. Die Muster sind dadurch deutlich erhaben und haptisch erfassbar und eben nicht einfach „platt“, wie bei einem Tintenstrahldruck beispielsweise. Alleine dadurch bekommen die Tapeten eine besondere Wertigkeit. Darüber hinaus sind die Farben so hochpigmentiert und damit hochwertig, dass die Strahlkraft auch bei den Tapeten total faszinierend ist.

Weil jede Rolle nach Bedarf produziert wird, können die Farbkombinationen frei aus der Farrow & Ball Palette gewählt werden. Ich könnte mir also meine Lieblingstapete (Bumble Bee) in Peignoir als Grundfarbe und Pelt als Farbe für das Bienenmuster drucken lassen. Perfekt! Denn so habe ich die Möglichkeit beispielsweise eine Wand im Raum mit einer Tapete als Blickfang zu gestalten, diese aber farblich perfekt auf meine Wandfarbe abzustimmen. Wie toll ist das denn?
Vor lauter Neugier und Faszination habe ich in der Manufaktur fast vergessen Fotos zu machen. Einige Schnappschüsse sind es kurz vor knapp dann aber doch noch geworden, hehe.

Englisches Landleben – Besuch in Athelhampton House

 

Nachdem wir uns alles anschauen durften, haben wir mit Lucy, die bei Farrow & Ball für die PR zuständig ist, und zwei ihrer Kolleginnen noch eine Ausflug ins Athelhampton House gemacht. Angeblich soll es dort spuken, davon haben wir aber nichts gemerkt.
Wir hatten eine sehr nette Führung durch das alte Gemäuer, durften uns danach noch den herrschaftlichen Garten ansehen und dann kamen wir in den Genuss einer echten „Tea Time“, Dorset Cream Tea um genau zu sein (Tee, dazu werden Scones mit einer Art Sahne und Marmelade gereicht). Der unterscheidet sich von Cornish Cream Tea meines Erachtens nur in der Reihenfolge von Marmelade und Clotted Cream auf dem Scone… (erst Sahne, dann Marmelade obendrauf oder umgekehrt, weiß ich nicht mehr, haha!). Es war vorzüglich, die Atmosphäre in dem alten Landhaus tat ihr übriges. So stellt man sich England vor.

 

Kleinstadtleben in Dorset

 

Nach dieser gemütlichen Tea Time mit den lieben Ladies von Farrow & Ball wurden wir von einem Fahrer in unser Hotel gebracht. Das Number 9 liegt sehr zentral in Wimborne und ist – wie könnte es anders sein – mit Farben uns Tapeten der lokalen Manufaktur ausgestattet. Unser Zimmer war super gemütlich und ebenfalls genau so, wie man sich das Wohnen in England so vorstellt. Und die Leute erst… sooo freundlich und zuvorkommend!

Gegenüber des Hotels liegt das Restaurant The Tickled Pig, in dem wir abends zum Dinner waren. Lokale Spezialitäten in bester Qualität gibt es hier in ebenfalls gemütlichstem, südenglischem Ambiente.
Der Inhaber hat uns herzlichst begrüßt, es gab tollen Wein und wunderbares Essen. Woher kommt das Klischee, dass englische Küche mies ist? Ich habe keine Ahnung. Ich liebe englisches Essen!
Jedenfalls hatten wir einen wirklich tollen Abend und sind nach dem Dinner leicht angetüddelt, satt und glücklich zurück ins Hotel.

 

Ein Tag „raus“ in Wimborne

 

Den folgenden Tag haben wir perfekt genutzt: ohne jede Planung und Termine. Ausschlafen, Frühstück (wieder: englisches Frühstück finde ich grandios!), danach ganz gemütlich ausgehfein machen und dann ohne jeglichen Stress einfach der Nase nach.

Wir haben ein bisschen Wimborne erkundet. Die großen Türen des stattlichen Münsters dort waren leider verschlossen, deshalb haben wir es uns ganz genau von außen angesehen. Gegenüber der Kirche gibt es ein süßes Café, in dem wir eine ganz hervorragende Tea Time zelebriert haben. Das Number 9 on the Green gehört – wie auch eine Bäckerei- zu dem Hotel, in dem wir untergebracht waren und ist ebenso liebevoll und typisch englisch eingerichtet. Farrow & Ball Farben und Tapeten überall, alter Steinboden, ein ordentlicher Kamin… so gemütlich, sag ich euch!

Tea Time in Dorset. hamburg von innen

Abends dann waren wir zum Essen in einem der zahlreichen Pubs. Fish and Chips mussten schon noch sein… dazu ein Pint des lokalen Bieres. Sehr fein! Wir haben an dem Abend noch ein weiteres Pub ausprobiert. Die englische Pub-Kultur gefällt mir sehr!

Am nächsten Tag ging es dann leider schon wieder zurück… wieder brachte uns ein sehr freundlicher Fahrer zum Flughafen, der Flug lief auch super und gegen Abend waren wir dann wieder in Good Old Hamburg.

Was soll ich sagen: ich bin immer noch verliebt in England! Seit unserem Besuch in Dorset  zelebrieren wir zuhause bei jeder Gelegenheit eine amtliche Tea Time, wenn’s geht mit Scones und Clotted Cream. Glücklicherweise gibt’s in einem Laden in der Nähe alles, was wir dazu brauchen.

Und hoffentlich vergeht bis zu meinem nächsten Besuch in England nicht allzu viel Zeit.

Verena
Moin! Ich bin Verena und schreibe hier über Interior Styling und mein Leben in Hamburg.

9 Comments

  1. Oh wie schön! Auf den Bericht war ich schon ganz gespannt – ich lieeebe England und würde am liebsten jedes kleine Örtchen kennenlernen… da kommen Deine Einblicke gerade recht. : )
    Liebe Grüße Julika

  2. Das sieht ja alles meganiedlich aus! Einen anderen Begriff habe ich dafür einfach nicht – wunderschöne Eindrücke, tolle Bilder – danke dir für diesen kleinen Einblick!
    Besonders die Fertigung von den Farrow&Ball-Produkten finde ich sehr spannend – ich habe mir das Label auch schon vorgemerkt, wenn der nächste Umzug ansteht: Da kommt dann definitiv nur noch Farbe von denen an die Wand! :)

    Liebe Grüße
    Jenni

    http://www.mehralsgruenzeug.com

    1. Liebe Jenni, danke für deine lieben Worte! Das Wort „niedlich“ trifft es auch einfach perfekt… Ich hoffe, wir können bald wieder einen kleinen Kurztrip dorthin planen :)

  3. Das sieht nach einer traumhaften Auszeit aus, so süß die kleinen Orten…und in die Teetassen habe ich mich schockverliebt! :) Danke für die Inspiration.

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