schöner Ausflug

Margarethe – oder Wie’s früher war

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Man soll nach vorne schauen und positiv denken, heißt es. Das fällt mir mal leichter, mal schwerer. Im Moment eher schwerer. Aktuelle Ereignisse in meinem nächsten Umfeld werfen mich zurück.
Ich denke viel über alte Zeiten nach, über meine Kindheit auf dem Land.

 

Neben dem Mist, der damals passiert ist und wegen dem ich mich nun erinnert fühle, kommt ganz viel Wärme wieder hoch. Vielleicht ist es Nostalgie und Verklärung, aber vielleicht hatte ich auch nur eine ziemlich gute Kindheit.
Mit draußen spielen und Buden bauen, mit meinen Kumpels am Bach spielen – hallo Dominik, Yvonne, Elisabeth, Sebastian und Dirk!, nicht alleine in den Wald hinterm Haus gehen (die Lay), am Dorfbrunnen Wasser verspritzen bis die alte Dame aus dem Nachbarhaus rauskam zum Meckern, im kleinen Dorfladen stückweise Süßkram zu 10Pfennig vom Taschengeld kaufen und Kaulquappen im Gartenteich von Yvonne und Dominiks Eltern bestaunen und eklig finden.
Das war super, ich habe es geliebt!
Schon damals war Samstag mein Lieblingstag. Ich gehöre noch zu denen, die in der Grundschule jeden zweiten Samstag Unterricht hatten, aber nur 4 Stunden. Schon in Ordnung, das hat meiner Liebe zum Samstag keinen Abbruch getan.
Am allerliebsten habe ich samstags mit meinen Eltern im Garten gewerkelt, der Garten von Yvonne und Dominiks Eltern war gleich nebenan, daneben wiederum wohnten Elisabeth und Sebastian und auch Dirk wohnte in der selben Straße, am anderen Ende. Alle waren bei guten Wetter im Frühling in ihren Gärten und wir Kinder sind fröhlich herumgerannt und manchmal haben wir auch „geholfen“, ist klar. An besonders guten Tagen wurde ein Feuer gemacht und Kartoffeln darin gebacken. Oder verkohlt, je nach Talent.
Am späten Nachmittag ging’s dann ab in die Wanne, auch das habe ich geliebt und bis heute bin ich ein großer Fan eines ausgiebigen Wannenbades (leider haben wir hier nur eine Dusche, aber das war damals kein Argument die Wohnung nicht zu nehmen).
Dann gab’s Abendbrot, frisch aufgeschnitten -auch das liebe ich bis heute- und am besten mit Salami. Anschließend war die Sportschau Pflicht, was ich immer einigermaßen langweilig fand, aber hey, ich durfte mit fernsehen, voll gut also.

Margarethe: Kindheitserinnerungen

Vor kurzem hat meine Mutter zu Hause einen schönen Fund gemacht: meine erste „Puppe“, die ich wohl von meiner Großmutter geschenkt bekommen hatte und die ich wohl überall mit hingeschleppt habe. Daran kann ich mich tatsächlich gar nicht erinnern, aber an die Puppe schon. Ein Geschöpf aus Frottee mit Gesicht auf beiden Seiten und Kätzchen in der Schürzentasche.
Meine Mutter hat die Puppe gewaschen, geflickt (nach 30Jahren kann sich eine Naht schonmal lösen) und in einem Paket nach Hamburg geschickt.
Ich weiß nicht mehr, ob die Puppe einen Namen hatte, jetzt heißt sie jedenfalls Margarethe, wie meine Oma.
Margarethe soll hier heute jedenfalls stellvertretend für meine Kindheitserinnerungen stehen…

Margarethe: Kindheitserinnerungen

Wie gut, dass schlimme Ereignisse auch die schönen Erinnerungen zurückrufen und nicht nur die miesen.
Gut auch, dass man daran erinnert wird, die kleinen Dinge zu schätzen, so abgedroschen das jetzt klingt. Ich bin dankbar für mein vergleichsweise sorgloses Leben, meine Gesundheit (selbst nach einer dreiwöchigen Erkältung…pillepalle), meine Familie und Freunde.

Ich schaue nach vorne, positiv und hoffnungsvoll und versuche eine gute Freundin zu sein.

 

Danke an CoCorrina, die mir erlaubt hat ihre wunderbare Grafik "Stop Smell Roses" für diesen Beitrag zu verwenden. Ihr könnt sie hier herunterladen, wenn Ihr einen Schreibtischhintergrund möchtet, der Euch daran erinnert, die kleinen Dinge zu schätzen :)
Verena

Moin! Ich bin Verena und schreibe hier über Interior Styling und mein Leben in Hamburg.

2 Comments

  1. Hatte die Puppe noch kürzlich beim Räumen auf Muttis Speicher in den Händen. Sie heißt Susi. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die wirklich von der Oma war. Eher nicht. Jedenfalls war ich auch ganz angetan, als ich sie in den Händen hielt und hab mich an die Zeit damals erinnert. Wie sehr ich mich über eine kleine Schwester gefreut hatte…
    Schade, dass wir uns so selten sehen. Hab dich lieb
    Ilona

    P.S. An dieser Stelle auch von mir viele Grüße an Yvonne, Dirk, Elisabeth, Dominik und Sebastian

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