Nachhaltigkeit ist ein riesiges Thema. Dass man sich nicht einschüchtern lassen darf und jeder kleine Schritt zählt, erläutere ich in diesem wirren Beitrag.

 

Kennt ihr das, wenn der eigene Anspruch euch ausbremst?

 

Bei mir ist das seit einiger Zeit unter anderem mit dem Blog so. Deshalb ist es hier vergleichsweise ruhig und ich veröffentliche Beiträge in relativ großen Abständen. Warum? Weil ich nur etwas veröffentlichen möchte, mit dem ich auch zufrieden bin. Was relevant ist für meine Leser uns für mich.
Ich habe unzählige Ideen und Entwürfe für Posts, so ist das nicht. Ich fange immer mal an zu schreiben und dann fällt mir ein, dass ich zu dem Thema noch gar keine Fotos habe und auch nicht so genau weiß, wie ich all die Fotos machen oder bekommen soll, die ich in meiner Vorstellung bräuchte. Oder mir fehlt der rote Faden im Text. Ich weiß, wo ich hinwill, aber nicht, wie ich möglichst lesenswert dorthin komme.
Und ich möchte auf gar keinen Fall irgendwas Halbgares veröffentlichen, mit zu wenigen oder nicht relevanten Fotos. Also bleibt es erstmal liegen.

Begeistert mich nachhaltig: Trommelstock

Was ist mit Nachhaltigkeit?

 

Einer dieser Posts, die ich schon seit Langem im Kopf habe, aber noch nicht so richtig zu fassen bekommen habe, hat Nachhaltigkeit zum Thema.
Nachhaltigkeit im Wohnen.
Als ich im letzten Jahr bei „The Hive“ war und Jana von „Plique“ einen so wunderbaren Vortrag zum Thema „Sustainbable Wardrobe“ gehalten hat, wuchs auch mein Wunsch endlich etwas dazu zu sagen. Nur was? Und wie?
Ich bin nicht in der Position mit erhobenem Zeigefinger zu mehr Umweltbewusstsein und Müllvermeidung zu mahnen. Ich bin leider oft selbst viel zu nachlässig, oder eher unachtsam. Da gibt es ganz andere, die da viel bewusster und rigider bei der Sache sind.

Nachhaltigkeit und der eigene Anspruch

 

Ich habe oft und viel darüber nachgedacht und bin zu dem (vorläufigen) Schluss gekommen:

Hey, es ist doch alles besser als nichts. Nur weil ich nicht an allen Fronten super dogmatisch unterwegs bin (oder einfach inkonsequent und undiszipliniert?), bedeutet das doch nicht, dass die kleinen Dinge, die ich tue und auf die ich achte, unnütz oder schlecht sind.
Deshalb möchte ich jedem Mut machen, sich nicht vom eigenen Anspruch unterkriegen zu lassen. Jeder kleine Schritt und jede kleine aufmerksame Handlung ist besser, als nichts.

Klar, es wäre toll, wenn ich mich konsequent vegan-glutenfrei-laktosefrei-zuckerfrei und nur mit regionalen Nahrungsmitteln, bestenfalls aus eigenem Anbau mit Saatgut vom Biobauern meines Vertrauens, ernähren würde.

Ich fände es toll, wenn ich meine Möbel vom Tischler nebenan aus Holz aus nachhaltig bewirtschafteten, deutschen Wäldern fertigen lassen könnte.

Auch wäre ich die erste, die jungen lokalen Designern ihre Wohnaccessoires und Möbel abkaufen würde, die unter besten Bedingungen gefertigt und deren Rohstoffe bis zur Wurzel zurückzuverfolgen sind.

Auch bei Klamotten wäre ich froh und dankbar, wenn ich junge Designer unterstützen könnte, die ihre Kleidung aus nachhaltigen, natürlichen Materialien in Deutschland nähen lassen.

Moody Mohnkapseln

Die guten Vorsätze und das große Aber

 

Aber dann kann man auch so viel scheinbar falsch machen. Ich habe den Anspruch vieles richtig zu machen, informiere mich weiter und werde verunsichert.

Superfood? Totaler Quatsch. Was Chia-Samen können, kann der gute alte Leinsamen schon lange, außerdem ist Chia hochgradig chemisch belastet.
Möbel aus Eiche? Die wächst total langsam. Und woher kommt eigentlich der Stahl für das Tischgestell? Und ist die Lackierung eigentlich schadstofffrei?
Ach ja, Klamotten… natürliche Materialien sind gut. Aber Seide? Die kommt ja sicher nicht aus Deutschland. Und die Baumwolle da auch nicht. Und wer schon mal gesehen hat, wie mit Angora-Kaninchen umgegangen wird, möchte darauf auch verzichten.

 

Zu jedem guten Vorsatz gibt es mindestens ein großes „ABER“.
Das hat auch meistens seine Berechtigung, keine Frage. Aber sollte ich mir dadurch meine gute Intention kaputt machen lassen?

Nein.

nachhaltigkeit_bettzeug_hamburgvoninnen

Mehr geht immer, aber jeder Schritt zählt

 

Auch wenn ich die Welt nicht retten kann und werde, kann ich trotzdem so gut es in meiner Macht steht (und ich bereit bin auf manches zu verzichten oder mich einzuschränken) darauf achtgeben, sie nicht noch kaputter zu machen.
Das klappt natürlich auch mal besser, mal schlechter. Mehr geht immer, klar.
Aber wie gesagt: jeder Schritt zählt und jeder Schritt übt mich darin auch beim nächsten Mal wieder aufmerksamer zu sein.

Zum Beispiel werde ich beim nächsten Mal, wenn wir ein neues Möbelstück brauchen, nicht sofort beim Schweden schauen, sondern erstmal bei den Kleinanzeigen, ob es nicht etwas massiveres und auch individuelleres für unseren Bedarf gibt.

Oder ich versuche Ressourcen zu schonen. Im Kleinen. Zum Beispiel indem ich auf herkömmliche Wattepads zum Abschminken verzichte und stattdessen diese wiederverwendbaren Pads aus Baumwolle benutze (und damit auch noch meine Bloggerkollegin und Umweltbewusstseinsvorbild Nike unterstütze).

In Sachen Ernährung habe ich schon vor längerer Zeit aufgehört Zucker und Milch zu konsumieren, zumindest zuhause. Einfach, weil es besser für mich ist. Ein kleines Eis oder einen Cappuccino möchte ich mir trotzdem ab und zu erlauben.

Was die Kleidung angeht versuche ich seit kurzem mir eine Capsule Wardrobe zusammenzustellen, also wenige, aber gute Klamotten, die gut miteinander kombinierbar sind. Das klappt super, ich kann hochwertige Kleidung kaufen, achte gut darauf, besonders was das Waschen angeht und habe so länger was davon als von der kurzlebigen Wegwerfmode, die nach drei Monaten schäbig aussieht.

  hamburgvoninnen_bilder_goldene wand_nachhaltigkeit hamburgvoninnen_nachhaltigkeit_wohnen_berlin

Wie geht’s weiter?

 

Ich werde versuchen, meine Ansprüche an das von mir persönlich Machbare anzupassen. Ich sollte kein schlechtes Gewissen haben, weil ich so viel mehr machen könnte, sondern mich freuen, dass ich immerhin ETWAS machen kann.

Die nächste große Herausforderung ist, weniger Müll zu produzieren. Das erste Ziel wird es sein, immer einen Jutebeutel dabei zu haben, um keine Papiertüten im Supermarkt mehr kaufen zu müssen.

Und ich möchte in Zukunft auch hier im Blog mehr zum Thema „nachhaltiges Wohnen“ schreiben, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Wie steht ihr zum Thema Nachhaltigkeit? Und werdet ihr auch oft verunsichert und ausgebremst von den ganzen Möglichkeiten?

Nachhaltigkeit und wohnen - bald mehr dazu hier.

Wie kam ich da jetzt drauf…?

 

Um den Kreis zum Anfang zu schließen: seht ihr, das ist wieder so ein Beitrag, der nicht so richtig rund ist, haha.
Aber da springe ich jetzt mal über meinen Schatten und veröffentliche ihn trotzdem, auch wenn ich keine super passenden Fotos habe und der Artikel ziemlich durcheinander ist.

Ich will noch so viel zum Thema Nachhaltigkeit schreiben, dass ich dann auch kürzere, besser strukturierte Posts verfassen werde. Ohne mich von meinem Anspruch zu sehr unter Druck setzen zu lassen… was meint ihr?