DER SOMMERSALON:

SO MACHST DU DEINEN BALKON ZUM OUTDOOR WOHNZIMMER

– TEIL 1: DIY PFLANZKASTEN

Wenn du das Glück hast einen Balkon oder eine Terrasse zu haben, wirst du diesen privaten Außenraum sicher bei jeder Gelegenheit nutzen, oder?

Warum sollte dieser Raum also nicht wie jeder andere Raum der Wohnung behandelt werden? Auch der Balkon will gut gestaltet und gemütlich sein. So hast du im Sommer quasi ein weiteres Zimmer. Den Sommersalon.

Das Problem“zimmer“

Bei uns war es so, dass der Balkon die letzten beiden Sommer nicht die erste Priorität in Sachen Gestaltung hatte. Dafür gab es in der Wohnung selbst noch zu viel zu tun.
Diesen Sommer sollte das aber anders werden und ich habe mir schon im Winter Pläne für die Gestaltung gemacht.
Die einzeln herumstehenden Blumentöpfe mit mehr oder weniger gut gedeihenden Pflanzen waren mir ein Dorn im Auge. Viel zu unruhig und auch für die Pflege nicht so super, da die einzelnen Töpfe sehr schnell austrocknen. Außerdem sammelte sich in den Zwischenräumen schnell Laub etc. Dieses „Unterholz“ wollte ich nicht mehr. Außerdem fehlte mir Stauraum für Blumenerde, Schaufel, Gartenhandschuhe und so weiter.
Und ein bisschen Sichtschutz zur Straße wäre auch nett, wenn wir schon bei der Planung sind.

Erst dachte ich über eine Art Rankgitter nach, um den Sichtschutz zu gewährleisten. Die im letzten Jahr angeschaffte Clematis war sehr ambitioniert und ich dachte, das könnte ich mir zu Nutze machen. Allerdings ist unser Balkongeländer sehr schön, so dass ich es eigentlich nicht mit einer zusätzlichen Rankkonstruktion verschandeln wollte.
Und das Problem der Pflanzgefäße hätte ich damit auch noch nicht gelöst.

Also: was tun?

Die Lösung war ein Pflanzkasten, der einmal über die komplette Breite des Balkons reicht. Die Idee gefiel mir und so skizzierte ich gleich los und habe recherchiert, was der Baumarkt so an Materialien hergeben würde.

Aus Holz sollte er sein. Da ich die Bretter zur längeren Haltbarkeit eh lackieren würde, konnten es günstige Nut- und Federbretter in einfacher Qualität (sprich mit Ästen) sein.
Weiterer Wunsch bei der Konstruktion war, dass ich so wenig wie möglich sägen wollte. Glücklicherweise gibt es Nut- und Feder-Bretter in 3m Länge, perfekt!

In den Pflanzkasten habe ich mittig ein Fach für Gartenzeug (eben Blumenerde, Handschuhe und Co.) integriert, dass mit einem weiteren Brett aus dem Holzzuschnitt zusätzlich als Sitzbank oder Ablage dient.

Meine Einkaufsliste für den DIY Pflanzkasten:

10x Nut- und Federbrett, 3m Länge (also 1 Bund)

8x Kantholz 5*5cm, 40cm lang

1x Holzwerkstoff-Platte 40*80cm

Edelstahlschrauben (wichtig im Außenbereich, die rosten nicht!)

Lack für den Außenbereich

Baufolie zum Auskleiden des Pflanzkastens

Tacker und -klammern

6x 40l Blumenerde

20l Tongranulat zur Drainage

Pflanzen

Nach der Planung ran an die Umsetzung!

Also los zum Baumarkt, Einkaufsliste und Skizze mit dabei.
Eine liebe Freundin stellte sich und ihren geräumigen Kombi zur Verfügung, um die nötigen Besorgungen zu machen. 3m lange Bretter passen leider nicht ohne weiteres in jedes Auto…
Ein langes Kantholz habe ich mir im Baumarkt gleich passend in die 8 Stücke à 40cm Länge zuschneiden lassen, genauso wie die Platte für die Stauraumabdeckung. Easy.
Die passenden Schrauben waren auch schnell gefunden, Folie, Blumenerde und Tongranulat ebenfalls. Alles weitere hatte ich noch zuhause, Pflanzen habe ich erst im nächsten Step besorgt.

Also ab nach Hause. Dann fing es an zu regnen.
Projekt vertagt.

Zwei Tage später ging es dann aber weiter, denn der Sommersalon sollte natürlich so schnell wie möglich bezugsfertig sein.

 

Und so haben wir den DIY Pflanzkasten gebaut:

 

Die Holzarbeiten:

Mit Hilfe meines Mannes (vier Hände sind ganz hilfreich bei 3m langen Brettern) habe ich jeweils 4 Nut- und Federbretter für die Längsseiten zusammengeschoben (etwas Holzleim in der Nut schadet nicht) und an die Kanthölzer geschraubt. Da ich das oberkantenbündig getan habe, schaut das Kantholz unten 3,5cm heraus uns sorgt dafür, dass die Bretter nicht auf dem Boden (und damit ggf. im Nassen) stehen.
Mit einer Stichsäge haben wir dann die übrigen Nut-und Federbretter in 40cm lange Stücke für die Stirnseiten und zur Aussteifung gesägt (mit einer Handkreissäge wäre das besser gegangen, aber eine Stichsäge hatten wir da).
Wieder jeweils 4 dieser Brettchen aneinanderstecken und an den Kanthölzern verschrauben. Und schon war das fertig, was mein Mann liebevoll als „Giraffensarg“ bezeichnete. Das Grundgerüst für den Pflanzkasten.

 

Lackieren

Dann folgte das Lackieren. Von meiner letzten Balkonverschönerung (noch in der alten Wohnung, siehe hier…) hatte ich noch Outdoor-Lack in einer meiner Lieblingsfarben übrig. Der reichte auch noch locker, um den Pflanzkasten zweimal zu lackieren.

 

Auskleiden und Befüllen

Danach ging es ans Auskleiden des Holzkastens mit Baufolie. Das ist ein bisschen fummelig, die Folie sauber in den Ecken zusammenzulegen, aber mit ein bisschen Geduld (und ausreichend Tackerklammern) geht es ganz gut.
Alles ordentlich vertackern und dann kann’s auch schon mit dem Befüllen weitergehen.
Damit sich am Boden kein Stauwasser bildet (das mögen die wenigsten Pflanzen), habe ich als erstes eine ca. 5cm hohe Schicht aus Tongranulat eingefüllt. Das Granulat bildet Zwischenräume für das Wasser, speichert es aber auch für trockenere Zeiten. Wenn du nur eine Drainageschicht brauchst, kannst du z.B. auch kleingeschnittene Zweige nehmen.
Danach habe ich auf jeder Seite 120l Blumenerde eingefüllt und schon mal ein paar der Pflanzen, die schon auf dem Balkon wohnten, dort eingepflanzt. So konnte ich mir einen Überblick verschaffen, wie viele neue Pflanzen ich tatsächlich noch brauche.
Eigentlich möchte ich noch mehr Gräser im Kasten haben. Die kommen aber normalerweise erst im Sommer in den Handel, so dass ich hier noch ein bisschen Geduld haben muss. Bis dahin dürfen die weißen Campanula dort wachsen. Die Hummeln freut’s.

 

Zack fertig: der maßgeschneiderte DIY Pflanzkasten für den Balkon.

 

Und nächstes Mal zeige ich euch dann, mit welchen Textilien ich den Balkon zum stattlichen Sommersalon gestalte. Spoiler: es wird gemütlich!
Und dann gibt es auch wieder mehr Fotos! ;)